Korporierte Gewalt in Göttingen am Beispiel von Jan Philipp Jaenecke

In den letzten Monaten hat das Gewaltpotential der korporierten Szene in Göttingen zugenommen. Als prägnantestes Beispiel ist neben den Softairgewehrschüssen aus der Burschenschaft Germania in ein linken Studentenwohnheim sicherlich das Auftreten des Landsmannschafters Jan Philipp Jaenecke zu nennen.

Jan Philipp JaeneckeDer BWL-Student und Mitglied der Landsmannschaft Verdensia fällt seit dem Wintersemester 2014/15 regelmäßig auf. Zunächst bedrohte er mehrmals Mitglieder des Fachschaftsrats (FSR) Sozialwissenschaften. Er verschaffte sich Zutritt zu den Räumlichkeiten und bedrängte, nicht nur verbal, wiederholt Mitglieder des FSR. Dabei zeterte Jaenecke ohne erkennbaren Zusammenhang über angeblichen „Gender-Wahnsinn“, das „linke Pack“ und betrauerte das Ende der neonazistischen Trauermärsche zur alliierten Bombardierung Dresdens. Ferner fotografierte er ein Mitglied ab und teilte ein weiteres Mal mit, er werde sich eines Mitglieds „Gesicht schon merken“ und die betroffene Person „werde schon sehen“. Nach insgesamt vier Vorfällen, bei welchen zumindest einmal auch ein Fuchs der Landsmannschaft Verdensia beteiligt war, veröffentlichte der FSR Sozialwissenschaften die Vorfälle am 14. Januar 2015. Seitdem blieb Jaenecke trotz seiner großspurigen Drohungen den Räumlichkeiten des Fachschaftsrates fern. Weiterlesen

Göttinger Tageblatt: „Staatsschutz ermittelt gegen Northeimer Neonazi“

bnr6_logo Der Northeimer Neonazi Roland R. {Anmerkung Recherche370: Bei dem Neo-Nazi handelt es sich um Roland Rusteberg aus Northeim} hat in der Nacht zum 11. Juli ein junges Paar in der Roten Straße angegriffen und dabei einen 34-jährigen Mann verletzt. Der Angriff ereignete sich gegen 3.10 Uhr morgens auf Höhe des Börnerviertels.

Nach Schilderungen von Rechtsanwalt Sven Adam, der den Verletzten juristisch vertritt, habe R. dem Mann einen Schlag mit der flachen Hand auf sein Ohr versetzt. Dieser habe zu Verletzungen im und am Ohr und zu einem Knalltrauma geführt.
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Göttinger Verbindungsstudenten attackieren linken Studenten

bnr6_logoZu einer handfesten Auseinandersetzung zwischen einem Sprecher der Wohnrauminitiative Göttingen und zwei Mitgliedern der Landsmannschaft Verdensia ist es am Dienstag vor dem Haus der Studentenverbindung Landsmannschaft Verdensia gekommen. Dabei wurde der Sprecher verletzt.

Die beiden Verbindungsstudenten sollen den Sprecher der als politisch links geltenden Initiative vor dem Haus an der Theaterstraße gegen 15 Uhr angegriffen und von seinem Fahrrad geschubst haben.

Dabei habe er eine „empfindliche Verletzung am linken Kniegelenk“ erlitten, berichtete der Anwalt des Opfers, Sven Adam, am Mittwoch.

Zeuginnen hätten „umgehend“ die Polizei gerufen, die die Personalien der Beteiligten und deren erste Aussagen aufnahm. Der verletzte Student wurde mit einem Rettungswagen zur Behandlung ins Klinikum gebracht. Die beiden Verbindungsstudenten hätten sich auf das Gelände der Verdensia zurückgezogen.

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Veranstaltung „Rechte Entwicklungen in Universitäten sowie dem universitären Umfeld“ am 02.07.2015

Screenshot Jan Philipp Jaenecke und die Identitäre Bewegung

Screenshot Jan Philipp Jaenecke und die Identitäre Bewegung

Am 02.07.2015 fand im zentralen Hörsaalgebäude der Universität Göttingen ein Vortrag des Fachschaftsrats Sozialwissenschaften zu rechten Entwicklungen in Universitäten und dem universitären Umfeld statt.

Bereits im Vorfeld wurde deutlich, dass sich viele Studierende aus dem Verbindungsstudentenumfeld allein von der Veranstaltungsbeschreibung auf Facebook provoziert fühlten, da der Vortrag versprach, auf die Geschichte der Burschenschaften an sich, aber auch über „lokale extrem rechte Erscheinungen im strukturell konservativen Verbindungswesen“ zu berichten. So ließ ein Blick auf die offen einzusehende „Zusagen“-Liste erkennen, dass der Vortrag ein Stell-dich-ein der Göttinger Verbindungs- und Korporiertenszene werden würde.
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Hausverbote für Neonazi-Kader

bnr6_logoDie Musik- und Kulturkneipe Turm 2.0 hat zwei bekannten Neonazi-Kadern Hausverbot erteilt. Gleichzeitig hat der Vorstand des Vereins „Jugend, Musik und Kultur im Alten Brauereiturm“, der die Kneipe betreibt, den beiden führenden Köpfen der Northeimer und südniedersächsischen Neonazis-Szene die Mitgliedschaft in dem Fördervereins verwehrt.

Der Verein reagiert damit auf Vorwürfe, die Jugendkneipe hätte sich zu einem Treffpunkt der Neonazis entwickelt. Auch die beiden Neo-Nazi-Kader und ihr Freundeskreis gehörten zu den regelmäßigen Gästen.
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Chronik Göttingen und Umgebung 1. Halbjahr 2015

10.05.2015: Rechtsrock und Hitlergruß in der Groner-Landstraße 9a

10.05.2015: Rechtsrock und Hitlergruß in der Groner-Landstraße 9a

05.01.2015, Kassel
Aus der Region nehmen an der Demonstration des Pegida ablegers Kagida der Kreisvorsitzender der AfD-Göttingen Jens Kaup (Hann. Münden) sowie die HoGeSa-Aktivistin Alexandra Gotschlich aus Rosdorf teil.

17./18.01.2015, Adelebsen
Der Anmelder des für den 28.02. geplanten Naziaufmarsch in Güntersen, Mario Messerschmidt, erhält eine Verbotsverfügung des Landkreises. In verschiedenen Kommentarspalten legt Messerschmidt offen, dass er über kein Geld für einen Rechtsbeistand verfügt.

10./11.01.2015, Bottrop
Der Göttinger Burschenschafter Lars Steinke nimmt am 3. Bundeskongress der Jungen Alternative Niedersachsen teil.


19.01.2015, Northeim

An der Kundgebung „Gemeinsam gegen Rassismus und Ausgrenzung“ auf dem Münster beteiligten sich über 300 Menschen. Unter ihnen Neo-Nazis wie Fabian Zufall, Pascal Zintarra und Ruben Issmer und etwa 15 rechte Jugendliche aus Northeim, die sich bemerkt, aber ungestört in der Bündniskundgebung bewegten.

21.01.2015, Göttingen
Gegen 23.35 Uhr laufen drei stark alkoholisierte junge Männer durch die Untere-Masch-Straße und grölen Parolen wie „Sieg Heil“ und „Deutschland den Deutschen“. (GöDru Nr.745 vom 10.04.2015)


20.-22.01.2015, Göttingen

Die „Bürgerinitiative Zukunft Zietenterrassen“ tritt an die Öffentlichkeit. An den Zietenterassen wird goßflächig mit Flugblättern geworben. Es folgen mehrere Zeitungsartikel in GT und HNA. Hauptinitiator ist Dr. Frank Schorkopf, Professor mit Lehrstuhl an der Georg-August Universität.


27.01.2015, Göttingen

An der öffentlichen Ratssitzung auf den Zietenterassen nehmen zwei AfD-Anhänger teil. Einer von ihnen ist der ehem. Vorsitzende der AfD-Göttingen Matthias Hans.

29.01.2015, Göttingen
Mit rassistischem Brief an das Göttinger Tageblatt beteiligt sich der Claustaler Professor Harald Richter, der selber auf den Zietenterassen wohnt, an der Diskussion um das geplante Flüchtlingsheim ein. In Leserbriefen und Kommentarspalten vom Tageblatt wie der HNA häufen sich rassistische Äußerungen.

09.02.2015, Kassel
An der Kagida-Demonstration nimmt ein Göttinger AfD-Sympatisant teil.

28.02.2015, Hildesheim/Güntersen
Während hunderte AntifaschistInnen in Güntersen sind, beteiligen sich die beiden Neo-Nazis Pascal Zintarra (Northeim) und Lena Gerke an einer Kundgebung der Partei „Die Rechte“ in Hildesheim.

15.03.2015, Northeim
AfD-Northeim führt den ersten Kreisparteitag durch. Gewählt wurde Maik Schmitz zum Kreisvorsitzenden. Jens Kester wird stellvert. Vorsitzender. Schatzmeister wurde Sebastian Alexander Jörn aus Einbeck. Als Versammlungsleiter fungiert der ehm. Göttinger FDP-Ratsherr Dr. Nobert Ullrich.
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Rassistische Äußerungen und Prügelei auf Parkplatz in Göttingen

bnr6_logoBei einer Schlägerei zwischen zwei 18 Jahre alten Göttingern und zwei angetrunkenen 21 und 35 Jahre alten Männern aus dem Landkreis Northeim sind am Sonntagabend gegen 23.10 Uhr zwei Beteiligte leicht verletzt worden.

Der Auslöser der gegenseitigen Übergriffe auf dem Parkplatz Am Geismartor ist bislang nicht abschließend geklärt, teilt die Polizei weiter mit.

Es sollen zuvor rassistische Äußerungen gefallen sein, deren Wortlaut aber noch unbekannt ist. Das 18-jährige Opfer wurde mit dem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Der zweite Verletzte lehnte eine ärztliche Versorgung ab.

Die Polizei leitete Ermittlungsverfahren wegen Körperverletzung und gefährlicher Körperverletzung ein. Außerdem wird gegen den 35-Jährigen wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und gegen seinen 21-jährigen Begleiter wegen Beleidigung ermittelt.

Rechtsrock und Hüpfburg zum „Eichsfeldtag“ in Leinefelde

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Die Rechtsrock Band „Kraftschlag“ am 13.06.2015 in Leinefelde.

Am 13.05.2015 fand der fünfte sog. „Eichsfeldtag“ in Leinefelde statt. Den Kern der Organisatoren des Events bildeten ca. 40 Neo-Nazis aus dem Umfeld der Kameradschaft Eichsfeld/Northeim.
Unter Führung von Thorsten Heise versammelten sich etwa 350 Neo-Nazis zum gemütlichen Familienfest zwischen Rechtsrock und Hüpfburg. Weiterlesen

Northeimer Zustände

In Bad Nenndorf marschiert 2014 beim von Neonazis organisierten "Trauermarsch" das Umfeld der AG Rhumetal hinter einem "Kameradschaft Northeim"-Transparent. (Bild: Felix M. Steiner)

In Bad Nenndorf marschiert 2014 beim von Neonazis organisierten „Trauermarsch“ das Umfeld der AG Rhumetal hinter einem „Kameradschaft Northeim“-Transparent. (Bild: Felix M. Steiner)

Seit Jahrzehnten ist die Stadt Northeim bekannt für ihr Naziproblem. Auch wenn sie nicht mehr wie noch Ende der Neunziger Jahre die bundesweit größte neonazistische Kameradschaft beherbergt, ist sie weiterhin der Wohnort für einige der bekanntesten Neonazis in Südniedersachsen. Die Aktivitäten von Roland R. und Ruben I. sollen beispielhaft zeigen, dass eine Bereitschaft zur Bekämpfung extrem rechter Strukturen und ihrer Aktivitäten in Northeim nur spärlich vorhanden ist.

Das derzeit aktivste neonazistische Netzwerk der Region ist die sogenannte “AG Rhumetal”. Sie ist ein politischer Zusammenschluss jüngerer Neonazis, welche bereits zuvor unter den Labels “Anti-Antifa Northeim” und “Nationale Sozialisten Northeim” aktiv waren. Die vorherigen Namensgebungen zeigen, wo der organisatorische Schwerpunkt der “AG Rhumetal” zu finden ist: Die knapp 30.000 EinwohnerInnen zählende Stadt, 20 Kilometer nördlich von Göttingen gelegen, ist das Zentrum des Netzwerkes. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass die politisch Aktivsten aus dem Umfeld der “AG Rhumetal” in Northeim leben. Erwähnung müssen hierbei vor allem Fabian Z., Pascal Z. und Roland R. finden. Weiterlesen

Wann tritt ex-DB-Burschenschaft Hannovera Göttingen dem Verband wieder bei?

Burschentag 2015 in Eisenach.

Burschentag 2015 in Eisenach.

Übernommen aus dem Online-Blog „burschenschafterpacktaus.wordpress.com“

Szenekenner waren 2012 erstaunt, als die Burschenschaft Hannovera Göttingen die Deutsche Burschenschaft verlassen hat. Schien der Bund auf Aktivenseite ideologisch doch ganz auf Linie des Verbandes zu sein, wie der öffentlich enthüllte Fall des “Thiazi-Autors Michael J.” (Link zu Hintergründen, Medien) deutlich machte, den die Burschenschaft unter öffentlichem Druck im Oktober ausschloss. Im Dezember hatte der Bund daraufhin die DB verlassen.
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