Dez 2 2017

Aftershowparty der AfD in Northeim: Gute Verpflegung und hässliche Gestalten

Quelle: Antifa (de.indymedia.org)

Wir dokumentieren folgenden Beitrag…

Höcke bei der Wahlkampfveranstaltung in Northeim am 22.09.17

In Northeim fand am 22. September eine Wahlkampfveranstaltung der rechten Partei „Alternative für Deutschland“ unter anderen mit Björn Höcke, Andreas Kalbitz und Paul Hampel statt. Diese wurde anschließend mit einer privaten Aftershowparty im Bürgersaal Northeim mit leckerem Büffet und einer Menge Getränken beendet.

Auch wir durften das Ganze genießen – inklusive der Eröffnungsrede des lokalen Kreisverbandvorsitzenden Maik Schmitz – da wir uns ungehindert an Volker Spellig (KV Northeim) vorbeischleichen konnten. Auch der Rest des Sicherheitsteams – unter Torsten Rudzka als „Leiter des Ganzen“ – machte insgesamt ein unorganisierten Eindruck. Dabei sollten doch Matthias Weil (KV Goslar) und Michael Neumann (KV Göttingen) als Sicherheitsbeauftragte ihrer Kreisverbände eigentlich viel Übung darin haben. Ob das für die andere Mitglieder des Sicherheitsteams – unter anderem Heiko Adler (KV Göttingen), Sven Danker (KV Northeim), Frank Rathmann (KV Göttingen) und Joshua König (KV Northeim) – das erste Mal war, können wir aufgrund ihres Auftretens nur vermuten.

Im Bürgersaal konnten wir abgesehen von Leckereien und Gratisgetränken – wenn unsere Augen uns nicht getäuscht haben – treue AfDler*innen ungestört beobachten. Unter anderem wichtige Figuren der jetzt „etablierten Altpartei“, Jens Kestner als lokaler stellvertretender Kreisvorsitzender,  Stephan Bothe (KV Lüchow-Lüneburg) und zwei Beisitzende des Landesverbandes: Lutz Schöne (KV Nienburg- Schaumburg) und Daniel Carl (KV Nienburg-Schaumburg). Die  Junge Alternative Niedersachsen war ebenfalls durch Marius Metje, Maximilian Schürer und Steffen Rüttgers vertreten. Rechtes Gedankengut wird  oft in der Familie weitergegeben, wie wir an den Northeimer Familien Schmitz, Haubold und Hamman sehen konnten.

Alles in allem hatten wir einen aufschlussreichen Abend und lassen uns nicht von den Wahlergebnisse täuschen: Die AfD ist nach wie vor eine extrem rechte Partei und ihre Ideen, ihre Mitglieder und Unterstützer*innen gilt es mit allen Mitteln zu bekämpfen.


Jan 20 2016

Ein Stelldichein der regionalen Extremen Rechten

Quelle: Monsters of Göttingen

von Rune Wiedener

Die Kundgebungen des „Freundeskreis Thüringen/Niedersachsen“ bekommen vermehrt Zulauf aus den neonazistischen Strukturen der Region. All jene, welche mit ihren extrem rechten Mobilisierungsversuchen in den vergangenen Jahren scheiterten, versammeln sich nun sonntäglich in Duderstadt. Doch auch in anderen Orten wird der Versuch unternommen, den – für neonazistische Verhältnisse – relativ großen regionalen Mobilisierungserfolgen des „Freundeskreises“ rund um den Makler Jens Wilke nachzueifern.

Auf den ersten Kundgebungen des Freundeskreises Thüringen/Niedersachsen fanden sich zunächst nur vereinzelt Neonazis ein. Die Protagonisten betonten gleichsam, aus der „Mitte der Gesellschaft“ zu kommen (MoG berichtete). Seit dem 27. Dezember hat sich dies grundlegend geändert. Die vermeintliche Abgrenzung nach rechtsaußen ist seitdem auch praktisch aufgehoben.

Nicht nur aus dem thüringischen Eichsfeld ließen sich NPD-AktivistInnen wie Matthias Fiedler, Rene S., Cornelia P. oder Kevin H. blicken, sondern auch frühere regionale Kader wie Marco Borrmann oder Neonazis aus dem Raum Northeim/Einbeck. Hier sind zum Beispiel Gianluca B., Pascal Z., die Brüder Maurice und Thorben samt ihren Vater Dietrich B. und Janeck B. zu nennen. Neben weiteren altbekannten Figuren wie Mario Messerschmidt, Christian A., Jürgen A. oder Fabian S. war am 10. Januar auch Stephan Pfingsten, nach jahrelanger öffentlicher Abwesenheit, auf der Kundgebung präsent. Dieser war vor allem Anfang der 2000er Jahre maßgeblich für die NPD-Strukturen in Göttingen und Umgebung verantwortlich. Er versuchte mit seinen NPD-Mitstreitern mehrmals, Kundgebungen in Göttingen durchzuführen, was durchweg misslang. Zudem wurden bei Razzien in seiner Wohnung Bombenbaumaterialien und entsprechende Anleitungen gefunden. Continue reading


Jul 10 2015

Hausverbote für Neonazi-Kader

bnr6_logoDie Musik- und Kulturkneipe Turm 2.0 hat zwei bekannten Neonazi-Kadern Hausverbot erteilt. Gleichzeitig hat der Vorstand des Vereins „Jugend, Musik und Kultur im Alten Brauereiturm“, der die Kneipe betreibt, den beiden führenden Köpfen der Northeimer und südniedersächsischen Neonazis-Szene die Mitgliedschaft in dem Fördervereins verwehrt.

Der Verein reagiert damit auf Vorwürfe, die Jugendkneipe hätte sich zu einem Treffpunkt der Neonazis entwickelt. Auch die beiden Neo-Nazi-Kader und ihr Freundeskreis gehörten zu den regelmäßigen Gästen.
Continue reading


Jun 1 2015

Verfassungsschutzbericht 2014

vsberichtIn folgendem Text findet ihr einen auszug aus dem Niedersächsischen Verfassungsschutzbericht 2014.

2.6.7 Neonazistische Personenzusammenschlüsse in Niedersachsen

Die Neonaziszene Südniedersachsen umfasst die nur teilweise voneinander abgrenzbaren
rechtsextremistischen Szenen in den Landkreisen Göttingen, Northeim und Osterode. Gewachsene Verbindungen bestehen darüber hinaus zu den Neonaziszenen in Nordhessen und im westlichen Thüringen. Gemeinsam mit Neonazis aus diesen Bereichen betätigen sich Szeneangehörige aus Südniedersachsen u. a. im Ordnerdienst, wie bei den jährlichen Gedenkmärschen in Bad Nenndorf (Landkreis Schaumburg). Die gelegentliche Verwendung der Bezeichnung Kameradschaft Dreiländereck unterstreicht die länderübergreifende Zusammenarbeit.

Enge Bezüge zur ehemaligen Kameradschaft Northeim des Neonazis Thorsten HEISE, der im Jahr 2004 nach Fretterode (Thüringen) verzogen ist, erklären, warum Angehörige der Neonaziszene Südniedersachsen bei zahlreichen Demonstrationen weiterhin das bereits aus den 1990er Jahren bekannte Transparent der Kameradschaft Northeim mit der Aufschrift „Wo Recht zu Unrecht wird, wird Widerstand zur Pflicht!“ verwenden. Darüber hinaus ist die Neonaziszene Südniedersachsen eng mit der subkulturellen Szene und der NPD verzahnt. Die gemeinsame Teilnahme an Zeitzeugenvorträgen, Sonnenwendfeiern oder Balladenabenden und die gemeinsame Organisation von Veranstaltungen sind Ausdruck dieses Zusammenspiels, das sich an folgenden Beispielen dokumentieren lässt. Continue reading


Feb 9 2015

Nur heiße Luft! Pegida-Fake in Northeim

Screenshot von Facebook „Nogida“

Anfang Januar kündigte sich bei Facebook ein angeblicher Pegida-Ableger namens „Nogida“ („Northeimer gegen die Islamisierung des Abendlandes“) an. Sie provozierten schnell eine Anzeige der Stadt Northeim gegen die unbekannten Macher der Facebookgruppe wegen des Verwendens des Stadtwappens. Nachdem das Bündnis gegen Rechts Northeim (BgR) zu einer Kundgebung gegen „Rassismus und Ausgrenzung“ mobilisierte, verkündete Nogida man solle „zahlreich am Montag [kommen]“ und rief dazu auf, sich „einzeln oder in Gruppen“ mit Deutschlandfahnen unter die BündnisteilnehmerInnen zu mischen. „Vielleicht dürfen wir ja auch unseren Standpunkt vor den Teilnehmern vertreten“, so die Hoffnung der Nogida-Akteure. Continue reading


Feb 9 2015

AfD- und NPD-Aktivisten aus der Region bei Pegida-Ableger in Kassel

Göttinger AfD-Mitglieder: Matthias Hans (ganz vorne, schwarze Mütze) und Jens Kaup (helle Jacke und Brille, links) auf der Kagida-Kundgebung am 29.12.2014

In Kassel fand letzte Woche erneut ein Aufmarsch des Pegida-Ablegers „Kassel gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Kagida) statt. Auf den montagabendlichen Kundgebungen mit „Spaziergang“ demonstrieren rassistische Wutbürger zusammen mit Rechtspopulisten, Hooligans und organisierten Neonazis. Das Mobilisierungspotenzial erstreckt sich dabei auf Hessen, Nordthüringen und Südniedersachsen. Continue reading